ETHIK-Lehrausgang auf die Palliativstation Klinikum Steyr

Dienstag, den 25. Februar 2020 Heidemarie Haberl Aktuelles - Unterricht
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„Auf unserer Palliativstation werden unheilbar kranke Patientinnen und Patienten betreut. Das Team schenkt den Menschen etwas besonders Wertvolles: Zeit und es versucht, den Tagen mehr Leben zu geben.“

 

OÄ Dr.in Luzia SCHREIBER-WINZIG, MAS erzählte begleitend zu einer PP-Präsentation aus der beruflichen Praxis und dem Leben auf einer Palliativstation seit der Eröffnung im April 2011.

Sie sprach über die Lebensfreude, die Lebensqualität und die Aufenthaltsdauer der Patienten, in den 10 Einzelzimmern und einem Doppelzimmer der Station. Einen Einblick über die unterschiedlichen Aktivitäten für Patienten und Personal konnten wir anhand von Bildern aus den Spezialräumen – wie Wintergarten, Meditationsraum, Rückzugsraum, Stationsbad, Raucherraum und Terrasse gewinnen. Ein Therapiehund bereichert das Leben der Patienten.

 

Wir erfuhren auch über die gute Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Krankenschwestern, Klinischen Psychologen, Physikalischen Therapeuten, Ehrenamtlichen und dem mobilen Palliativteam (Caritas). Stationsbesprechungen, wo jede Meinung dieselbe Wertigkeit hat und verpflichtende Supervisionen fördern die ausgeglichene Arbeitsweise des Personals. Sie liefern den Patienten eine fast stressfreie und familiäre Situation auf der Palliativstation.

 

Die Arbeit auf einer Palliativstation besteht zu 80 % aus Kommunikation, fachlicher Kompetenz und der Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Leiden, Sterben und Tod.

Voraussetzung ist eine ganzheitliche Wahrnehmung des Patienten– d.h. mitfühlen – oder eigene Gefühle zulassen, aber nicht mitleiden! Angehörige brauchen auch oft Trost.

 

Die Aktivitäten auf der Station reichen von außergewöhnlichen Geburtstagsfeiern, den besonderen Tagen im Jahreskreis und dem Besuch der Clini-Clowns für die Patienten bis hin zum Trauerkaffee. Ins Trauerkaffee werden Angehörige ein Viertel Jahr danach eingeladen.

Die Seelsorge gibt den schwerkranken Patienten Hoffnung und Zuversicht auf ein schmerzfreies Leben im Jenseits.

 

Verstirbt ein Patient, so gibt es eine persönliche Verabschiedung durch das Ärzteteam und das Pflegepersonal. Der Verstorbene bleibt dann oft noch einige Zeit auf der Station. Im Trauerbuch werden die Pate der ehemaligen Patienten eingeklebt.

Viele Ehrenamtliche helfen bei den unterschiedlichsten Organisations- oder Dekorationsarbeiten auf der Station mit.

 

Der folgende Spruch spiegelt den engen Zusammenhang zwischen „Geburt“ und „Sterben“ wider:

 

„Du bist wichtig, weil du DU bist. Du bist bis zum letzten Augenblick deines Lebens wichtig

und wir werden alles tun, damit du nicht nur in Frieden sterben, sondern auch leben kannst bis zuletzt.“                 

(Cicely SAUNDERS, Begründerin der modernen Hospizbewegung, der Palliative Care und Pionierin der Palliativmedizin)

 

Vielen Dank an Frau OÄ Dr.in Luzia SCHREIBER-WINZIG für den interessanten, praxisnahen und menschlichen Einblick über die Arbeit mit schwerkranken Patienten auf einer Palliativstation.

 

Mag. Heidi Haberl