VWA-Prämierung durch den Absolventenverein

Sonntag, den 19. Juli 2020 Sara Hinterplattner Aktuelles - Wettbewerbe
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Auch im schwierigen „Corona-Jahr" wählte eine Jury des Absolventenvereins drei ausgezeichnete Vorwissenschaftliche Arbeiten aus, die im Rahmen der Maturafeier mit einer Urkunde und je 100 Euro prämiert wurden. DI Dr. Heinrich Kaminski, stellvertretender Obmann des Absolventenvereins, stellte die Arbeiten vor und überreichte die Preise an Paula Gaugl und Hanna Weiß. Marko Andrijanic, der leider an der Maturafeier nicht teilnehmen konnte, erhielt den Preis und die Urkunde von Dir. Bachmayr.

 

Marko Andrijanic (8A): Soziale Integration von ausländischen Jugendlichen in Österreich

 

Die Vorwissenschaftliche Arbeit untersucht die verschiedenen Faktoren, die den Verlauf der gesellschaftlichen Integration von Jugendlichen fremder Herkunft in Österreich beeinflussen. Der Fokus liegt auf Maßnahmen, die die jugendlichen Zuwanderer und Zuwanderinnen während des Integrationsprozesses in die österreichische Gesellschaft unterstützen, und Problemen, denen sie begegnen. So setzt sich der Verfasser mit dem Thema „Brennpunktschulen“ ebenso auseinander wie mit der sprachlichen und medialen Diskriminierung Jugendlicher. Darüber hinaus macht er Vorschläge, wie man die Lage ausländischer Schüler und Schülerinnen im österreichischen Bildungssystem verbessern kann. Der zweite Teil der Arbeit stellt zunächst die Integration von Flüchtlingen und das Asylverfahren in Österreich in den Mittelpunkt. Im Anschluss daran werden die Ergebnisse einer aktuellen Studie über die Beurteilung der Integration von Zuwanderern, Zuwanderinnen und Flüchtlingen durch die österreichische Bevölkerung dargestellt. Zuletzt spricht der Verfasser – er lebt seit 2016 in Österreich und besucht seit dem Schuljahr 2016/17 das BRG Steyr – über seinen persönlichen Integrationsprozess und seine Erfahrungen als außerordentlicher Schüler an einem österreichischen Gymnasium.

Betreut wurde die Arbeit von Prof. Brigitte Pührer.

 

 

 

Paula Gaugl (8A): Der Einfluss digitaler Medien auf den Lernprozess von Volksschulkindern aus der Sicht der Hirnforschung

 

Die Digitalisierung ist heute aus kaum einem Lebensbereich mehr wegzudenken. Kinder, so hören wir in der öffentlichen Diskussion vor allem von Seiten der Politik und der Wirtschaft, sollen möglichst früh den Umgang mit digitalen Medien erlernen und digitale Kompetenzen erwerben. In ihrer Vorwissenschaftlichen Arbeit geht die Verfasserin der Frage nach, wie sich der Einsatz digitaler Medien im Klassenzimmer auf das Gehirn von Sechs- bis Zehnjährigen sowie deren psychische Entwicklung auswirkt. Der erste Teil der Arbeit widmet sich dem aktuellen Stand der Hirnforschung. Im Fokus steht der Lernprozess, es wird erläutert, wie der Mensch Informationen aufnimmt, verarbeitet und abspeichert. Im Anschluss daran wird die derzeitige Situation in österreichischen und deutschen Volksschulen in Hinblick auf die Digitalisierung näher beschrieben. Der letzte Teil der VWA beschäftigt sich mit den damit einhergehenden Veränderungen beim Lernprozess und deren Auswirkungen auf das Gehirn von Kindern. Genannt werden in diesem Zusammenhang etwa Aufmerksamkeitsstörungen sowie Probleme beim konzentrierten, sinnerfassenden Lesen. Das Fazit der Verfasserin ist ernüchternd: Viele wissenschaftliche Studien beweisen, dass durch den Einsatz digitaler Medien erhebliche negative Auswirkungen im Lern- und Entwicklungsprozess von Kindern zu erwarten sind.

Betreut wurde die Arbeit von Prof. Magdalena Rohregger.

 

 

Hannah Weiß (8B): Dyschromasie die Hintergründe und Auswirkungen einer beeinträchtigten Farbwahrnehmung

 

Die Vorwissenschaftliche Arbeit geht der Frage nach, welche anatomischen Ursachen einer Farbfehlsichtigkeit zugrunde liegen und inwiefern sich daraus resultierende Beeinträchtigungen auf die Wahrnehmung der Umwelt auswirken. Dafür wird die grundsätzliche Funktion der Farbwahrnehmung im menschlichen Auge elaboriert, wobei der Bau von Stäbchen und Zapfen sowie deren Zusammenspiel in der Retina im Fokus stehen. Des Weiteren wird aufgezeigt, in welche verschiedenen Formen Dyschromasie zu klassifizieren ist, und anhand prozentueller Werte ein Einblick in die geschlechterspezifische Häufigkeitsverteilung gewährt. In Bezug auf auslösende Faktoren wird außerdem ein Überblick über angeborene und erworbene Ursachen gegeben und in Form von Stammbäumen ein exemplarischer Verlauf der Erbgänge ausgeführt. Anhand von Beispielen geht die Verfasserin auf die gängigsten Diagnoseverfahren für Dyschromasie ein und beschreibt präzise Folgen für Betroffene in Beruf und Alltag. Im Laufe der umfangreichen Arbeit wird deutlich, dass sich die Thematik der dyschromatischen Erkrankungen ausgesprochen komplex und vielschichtig gestaltet. Im Gegensatz zur mittlerweile ausgereiften Diagnostik sind die Therapiemöglichkeiten beschränkt. Zwar gibt es, wie die Verfasserin im Verlauf der Arbeit ausführt, partiell Abhilfen zur Verbesserung der Wahrnehmung bestimmter Farbbereiche, eine vollständige Heilung ist jedoch nach wie vor nicht möglich.

Betreut wurde die Arbeit von Prof. Eva Fellner.

 Mag. Harald Gebeshuber