BRG Steyr

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10 Jahre Ethik

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Ein Schulfach feiert Geburtstag - Ehemalige Schülerinnen und Schüler unserer Schule gratulieren!

„Alle hören und eine/r spricht“ – das war Ethik am BRG sicher nicht.
Kein Abschreiben, Mitschreiben, Zeittotschlagen. Ethik, das war Fragen.
Was ist das denn eigentlich, der Islam? Was will er und was will er nicht, und warum wird er so oft missverstanden?
Und Fairtrade, was ist das? Macht das Sinn? Ja, und Sinn, was ist das, der des Lebens, wo steckt der denn?
Ethik, das war keine Zeit in Reih und Glied, mit Glühbirnenlicht und abgestandener Luft, irgendwo vergraben.
Ethik war lebendig.
Im Jugendzentrum Gewölbe gemeinsam frühstückend, umringt von bunten Fairtradeprodukten aus aller Welt, fröhlich plaudernd.
Draußen im Schulhof, über die Liebe und Beziehungen diskutierend, während es um uns herum Frühling wurde.
Im Stadttheater, abends, den Traum von Martin Luther King mitträumend, verpackt in ein Theaterstück.
Wieder drinnen, im Klassenraum, intensive Stille und berührende Wortmeldungen nach einem Film über Euthanasie.
Ethik, das waren auch nicht nur wir (die sich von Jahr zu Jahr vermehrten).
Das war Barbara Steiner, die bei uns, die mit uns und zwischen uns war, Anstöße gab, Fragen stellte, keine Antworten vorgab. Die mitgerissen wurde und ebenso wie wir mehr als einmal das Klingeln zur Pause überhörte.
Das waren aber auch der Mitarbeiter der HOSI, der von seinem Coming-out erzählte, und die Cowboys von „Brokeback Mountain“, das war Sigmund Freud ebenso wie Martin Luther King, das war der Kleine Prinz, der auf seinen Planeten zurückkehrte, das waren Mohammed und Gott.
Ethik, das war nicht nur, das ist noch immer … und kursiert als „Weißt du noch, damals, als wir in Ethik …?“ nun auch in Wien, in Gemeinschaftsküchen und Studentenzimmern.
Ethik war und ist schillernd und spannend und gut.
Danke!
Sarah Pallauf

Der Ethikunterricht am BRG war für mich in vielerlei Hinsicht BILDUNG: MeinungsBILDUNG, AllgemeinBILDUNG, PersönlichkeitsBILDUNG. Außerdem war Ethik ein Ort für gelebte Diskussionskultur, Toleranz, Menschlichkeit und Weltoffenheit. Als sehr positiv empfand ich, dass in unserer Gruppe Platz war für evangelisches und katholisches Christentum, Islam, Vereinigungskirche und Menschen ohne Bekenntnis. Dadurch bekam ich Zugang zu vielen unterschiedlichen Standpunkten und konnte meinen Horizont erweitern. Viele Dinge und Namen, die mir jetzt in meinem Studium begegnen, sind mir schon vom Ethikunterricht bekannt.
Irene Stütz

Ethik wird 10!
Dieser runde Geburtstag hat mich dazu veranlasst, etwas in mich zu gehen, und die Eindrücke, die drei Jahre Ethikunterricht hinterlassen haben, wieder hervorzuholen.
Das Wort Ethik lässt sich vom altgriechischen ἦθος herleiten. Stall, Weideplatz schlägt einem das Wörterbuch beim Nachsehen seltsamerweise an erster Stelle vor. Gleich danach wird aber das angeführt, was man sich wohl eher erwartet hätte: Brauch, Tradition, Sitte oder Charakter, Denkweise, Sinnesart.
Und genau hier setzt der Ethikunterricht an. Es geht darum, den Charakter zu bilden, mittels Selbsterkenntnis in respektvollen Diskussionen zwischen gleichgestellten Gesprächspartnern. Selten gibt es ein „richtig“ und „falsch“. Jede Meinung zählt und muss toleriert werden.
Basierend auf diesen Prinzipien haben wir unzählige Themen behandelt. Themen, über die man alleine oft nicht nachdenkt, weil es zum einen sehr bequem ist, keine Meinung zu haben, aber auch, weil sie einen ängstigen und man lieber verdrängt. Leben und Tod, Homosexualität, Euthanasie, Esoterik, Emanzipation, Rassismus, Hass und Liebe, um nur einen kleinen Einblick zu geben. Zur Auflockerung und Aufheiterung wurde zwischendurch etwas leichtere Kost von „Was ist Glück?“ bis „Konfuzius sagt …“ serviert.
Da Ethik ja anstelle des Religionsunterrichtes angeboten wird, gab es in unserer Gruppe viele mit anderen Bekenntnissen, was von Anfang an eine große Bereicherung war. Es bewahrte unsere Diskussionen vor Einseitigkeit und gab die großartige Gelegenheit, verschiedene Glaubensrichtungen besser bzw. überhaupt kennen zu lernen. Und es zeigte uns deutlich, dass Vorurteile meistens nur von Unwissenheit kommen, die im Gespräch mit den Leuten ganz leicht zu beheben ist. Man muss sich nur überwinden und aktiv danach suchen … allerdings erst im Leben nach der Schule. Davor finden einen diese Gespräche auch so …;)
Alles Gute zum Geburtstag!
Susanne Heimel

Liebe Ethik!

Zum 10. Geburtstag wünsche ich dir alles Liebe und möchte mich bei dieser Gelegenheit noch einmal für die Zeit mit dir bedanken. Diese Stunden haben mich nicht selten aus dem Schulalltag herausgerissen und dabei bewiesen, dass es Alternativen zum bestehenden Frontalunterricht gibt.
Du ermöglichtest eine Gelegenheit zu diskutieren, neue Standpunkte zu erfassen und das Wichtigste von alldem: unsere Umwelt und uns selbst zu reflektieren.
Die Zeit mit dir bleibt mir in bester Erinnerung…
Alles Gute
Kassandra Schlagitweit

Ethik war anders. Es vergrößerte meinen Horizont.
Was ist Ethik? Was heißt es, ethisch zu leben? Wie funktioniert das Zusammenleben und wie kann es keinesfalls gehen? Durch Ethik fand ich Antworten auf diese Fragen.
Ich erlebte den Ethikunterricht als spannend, weil wir bei uns im Unterricht Schülerinnen und Schüler hatten, die anderen Glaubensgemeinschaften angehörten oder ohne Bekenntnis waren. Dadurch ergaben sich Diskussionen, die sich sonst womöglich nicht entwickelt hätten.
Johannes Schachner

Liebes Unterrichtsfach "Ethik",

zehn Jahre ist es nun her, seit du zum ersten Mal den Schulalltag bereichert hast, den Stundenplan bunter gestaltet und zahlreichen Schüler/innen, die sich vom Religionsunterricht abgemeldet haben, eine neue „Freizeitbeschäftigung“ geboten hast. Aus diesem Anlass gratuliere ich dir zum zehnten Geburtstag am BRG Steyr recht herzlich.
Normalerweise kommen an dieser Stelle jetzt haufenweise Glückwünsche. Doch was wünscht man einem Fach, das bereits erfolgreich ist? Schwierig zu beantworten, finde ich. Deshalb zähle ich dir ein paar Erinnerungen auf, die ich an dich habe und die gleichzeitig Dinge sind, die ich dir auch in Zukunft wünsche.
Aufmerksame, ehrgeizige und lernwillige Schüler/innen
Lebendige Gruppendiskussionen
Lehrer/innen bzw. Gäste, die motiviert, engagiert sind und aktuell arbeiten
Exkursionen zu aktuellen Themenbereichen, die neue Perspektiven aufzeigen
Stimmungsbarometer, wo die Schüler/innen nach der Ethik-Stunde auf den Tischen stehen
Gruppenarbeiten und geniale Workshops
Unterhaltsame Stunden
Themen, die im Unterricht begeistern, aufregen, und Themen, die Meinung erfordern
Ethik-Schüler, die, wenn sie an die Schulzeit zurückdenken, zahlreiche positive Erinnerungen an den Ethik-Unterricht haben!
Liebes Unterrichtsfach Ethik, verändere dich, so wie man sich im Laufe der Zeit verändert, aber bleib im Kern so, wie du bist. Happy Birthday!
Magda Schluckhuber

Irgendwann am Beginn dieses Jahrhunderts in irgendeinem September betrat Barbara Steiner ein Klassenzimmer am BRG Steyr. Sie begrüßte die Klasse, teilte das erste der unzähligen Hand-outs aus und bat die SchülerInnen, sich darüber Gedanken zu machen, was sie im Ethik-Unterricht machen wollen und wovor sie Angst haben. „So etwas hat mich in der Schule noch nie jemand gefragt“, denke ich mir und bin mir nicht ganz sicher, was denn die richtigen Antworten sind.
Wenn ich jetzt, nach erfolgreich bestandener Ethik-Matura, in einem Multiple Choice Test die Frage „Ist Euthanasie gut?“ beantworten müsste, würde ich scheitern. Auch die ExpertInnen sind sich bis heute uneinig, ob man nun Ethik als Unterricht bzw. „Schule“ bezeichnen darf, insbesondere den Ethik-Unterricht nach Barbara Steiner. Ich muss zugeben: Ich habe mich in den Ethik-Stunden am BRG Steyr gar nicht so „unter-richtet“ gefühlt. (An die Leute aus dem Ministerium, die auf so eine Aussage gewartet haben, um den Ethik-Unterricht abzuschaffen: Unbedingt weiterlesen – ihr könnt was lernen!) Vielmehr stupste Barbara Steiner unsere Nasenspitzen immer wieder behutsam in den reißenden Fluss der großen Fragen der Menschheit. Sie ging also sanfter mit uns um als Sokrates mit seinen Schützlingen, doch wie bei dem alten Griechen standen bei ihr die Fragen und die Suche nach Antworten im Vordergrund.
Im Universum eines 16-Jährigen, der mit Antworten zu Fragen überhäuft wird, die er sich noch nie gestellt hat, waren diese herzlichen Stunden mit einer gar nicht so schrecklichen Lehrerin eine wertvolle Bereicherung. 
Bogdan Pammer

Wenn ich am meine Schulzeit zurückdenke, sind die Ethikstunden sicher jene, an die ich mich am liebsten erinnere. So vieles über verschiedene Menschen, Religionen und heikle Themen habe ich erfahren. Ich habe auch gelernt, mir meine eigene Meinung zu bilden und mit anderen darüber zu diskutieren. Das würde ich nicht missen wollen. Der Ethikunterricht war nicht nur damals mein Lieblingsfach, er prägt mich auch heute noch. 10 Jahre Ethikunterricht am BRG Steyr freuen mich sehr und ich hoffe, dass auch in den nächsten Jahren ganz viele Schüler und Schülerinnen diesen Unterricht besuchen werden.
Marie de Waal

Vieles ändert sich im Laufe der Jahre – Erfahrungen prägen einen Menschen und verändern seine Sicht auf die Dinge, bis er schließlich zu einer neuen Persönlichkeit geworden ist, ein Fremder im gleichen Körper.
So ähnlich geht es mir, wenn ich auf die Schulzeit zurückblicke: Erinnerungen an ein anderes Leben, bruchstückhaft und ungeordnet, aber ein sehr essentieller Bestandteil des Menschen, der ich heute bin.
Etwas, woran ich mich erinnern kann, ist, dass ich damals sehr viel über das Leben nachgedacht habe. In Ethik konnte ich meine Gedanken erstmals auch im Unterricht passend artikulieren, ich genoss es, mit anderen über Themen zu diskutieren, die meiner Meinung nach grundlegend für jede menschliche Existenz sein sollten: Die Frage nach dem Sinn, nach dem freien Willen des Menschen, nach Gott, nach einer geeigneten Lebensführung, nach zwischenmenschlichen Beziehungen ... – Themen, die sonst meist nur am Rande, fast beiläufig angesprochen werden. Was ich für mich mitgenommen habe? In erster Linie Toleranz und Offenheit für andere Meinungen, Sichtweisen und Kulturen, eine Eigenschaft, die meist nur in Worten propagiert und selten gelebt wird – in Ethik habe ich erfahren, dass Worte nicht immer nur Worte bleiben müssen.
In diesem Sinne möchte ich ein ehrlich gemeintes Dankeschön für die vielen abwechslungsreichen Stunden aussprechen und natürlich, last but not least: Happy Birthday, Ethik!
Manuel Walcherberger

Seit der sechsten Klasse des BRG Steyr habe ich am Ethik-Unterricht teilgenommen und bin noch heute sehr froh über die damalige Entscheidung.
Ethik-Stunden waren in der Regel spannend, anregend und ich freute mich immer auf diese abwechslungsreichen Einheiten.
In den Ethik-WPG Stunden ließen sich einige Themenkomplexe intensiv behandeln.
Sie und die Diskussionen darüber rissen mich immer so mit, dass ich mir beim Läuten der Glocke nicht selten gedacht habe, dass die Stunde viel zu schnell vergangen ist!
Ich habe mir sowohl fachlich als auch menschlich viel mitgenommen und will neben meinem Lehramtsstudium den Lehrgang Ethik absolvieren. Denken werde ich auf diesem Weg immer an meinen Ethik-Unterricht am BRG.
Julia Putz

Während meiner gesamten Schulzeit hat Ethik eine so besondere Stelle eingenommen. Wenn ich an Ethik denke, gibt es eine Vielfalt an wunderschönen und unvergesslichen Eindrücken, die ich nur schwer in Worte zusammenfassen kann. Durch dieses Fach habe ich eine ganz spezielle und einzigartige Bildung genossen. Und dafür möchte ich mich vor allem bei meiner Professorin Barbara Steiner bedanken, die das ermöglicht hat.
Elif Taluk

Ethik war immer ganz etwas Besonderes. Sesselkreis. Keine Tests. Das Einbringen der eigenen Meinung. Diskutieren. Der Unterricht verlief entspannt und doch immer spannend. Zwar keine Prüfungen, dafür plötzliche Zwischenfragen, um sicherzustellen, dass auch wirklich alle mitdenken. Ein Platz, um Eigeninitiative zu zeigen und einzubringen, sei es, um ein interessantes Projekt vorzustellen oder ein Referat, ganz nach dem eigenen Interesse, zu halten.
In Ethik lernten wir viel über Philosophie und Religion, aber auch über ganz aktuelle Themen wie Globalisierung und Umweltschutz. Auf alle Fälle eine Horizonterweiterung mit dem Ziel, unsere schöne, bunte Welt noch bunter, schöner und lebenswerter zu machen. Danke!
Viktor Vahdat

Unsere 'Ethikerin' am BRG ist Barbara Steiner und
die Geburtstagstorte widmet ihr Martin Kreundl.

 

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