BRG Steyr

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Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

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Am 12.03.2015 fuhr ich mit meinen Schülerinnen und Schülern der 4A-Klasse des BRG Steyr zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Wir wählten die längere Besichtigungstour, bestehend aus Vorgespräch, Rundgang und Fazit. Insgesamt waren wir beinahe vier Stunden im Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers unterwegs. Das Wetter war sehr kalt, regnerisch und windig. Trotz geeigneter Kleidung litten wir alle ziemlich unter dieser Kälte. Dem Daniel, der uns durch die Gedenkstätte geleitete, schien diese Unannehmlichkeit wenig auszumachen. Für ihn ist das ehemalige Konzentrationslager ohnehin der Ort, an dem ein Wohlgefühl nicht angebracht ist. Mit dieser Erkenntnis fuhren wir auch nach Hause.  

Niemand darf die Augen vor dem unermesslichen Leid verschließen, welches man vollkommen unschuldigen Menschen angetan hat. Niemand darf die grausamen Massenmorde jemals vergessen, die hier von Leuten verbrochen wurden, die sich selbst für integere und tüchtige Menschen hielten. Denken wir auch daran, dass diese schrecklichen, niemals wieder gut zu machenden Verbrechen keinem Menschen der Umgebung ernsthaft verborgen bleiben konnten. Unser Gedenken schulden wir allen Opfern von damals. Wir sind dieses Gedenken aber auch den zukünftigen Generationen schuldig, denn, wie sonst sollen unsere Nachkommen wissen, zu welchen Verfehlungen wir Menschen fähig sind? So gesehen tragen wir alle Verantwortung, und um diese Verantwortung kommen wir nicht herum. (Mag. Peter Trautwein) 

Die Schülerinnen und Schüler reagierten mit Betroffenheit.

Es war von Anfang an schrecklich, die Tafeln wie z.B. bei der Todesstiege zu lesen und zu erfahren, wie grausam die Menschen im KZ Mauthausen behandelt wurden. Es wurde aber noch schlimmer. 400 Menschen hausten zusammengepfercht in einem Zimmer! Juden und Ausländer überlebten knapp 4 Wochen lang in dieser Hölle. Österreicher konnten, wenn sie Glück hatten, bis zu 4 Jahre überleben. (Robert)

Die Lagerinsassen wurden gefoltert und umgebracht – nur, weil sie anders waren! Jeden Tag mussten sie im Steinbruch unter unerträglichen Bedingungen schwerste Arbeit verrichten,  und wenn die SS Platz für neue Häftlinge brauchte, entsorgte man sie wie Müll. (Verena)

Mich hat die Exkursion zur Gedenkstätte Mauthausen aufgeregt. Während der Besichtigung fühlte ich mich sehr unwohl, weil dort so viele Menschen ermordet worden sind. Im letzten Raum sahen wir dann die Namen aller Menschen, die im Konzentrationslager umgebracht wurden. Es waren viele polnische Namen darunter und das hat mich besonders getroffen, weil ich selber aus Polen komme. Schlimm war auch die körperliche Arbeit, die die Lagerinsassen verrichten mussten – vor allem die Todesstiege, über die die Menschen die schweren Granitblöcke hinaufschleppen mussten, hat mich erschreckt. Als wir in den Autobus stiegen, um nach Steyr zurückzufahren, wurde ich wieder weniger traurig. (Jakub)

Vom Steinbruch gingen wir die Todesstiege hinauf. Ich fühlte mich eigenartig, wenn ich daran dachte, dass auf dieser Stiege tausende Menschen gestorben sind. (Jan)

Es waren keine schönen Gedanken, als uns Daniel, der uns durch das Lager führte, bei der Klagemauer erklärte, dass die Betroffenen ab hier nur mehr eine Nummer waren und nicht mehr als Menschen behandelt wurden. (Jan)

Erschreckend war das Fußballfeld. Es befand sich gleich neben dem Sterbelager, und von der Tribüne hatten die Zuschauer von auswärts einen klaren Ausblick auf das Lager. Dennoch hat damals niemand etwas dagegen gesagt. (Paula)

Den Steinbruch zu durchqueren und die unebene, sehr steile Todesstiege hinaufzusteigen war ein eigenartiges Gefühl. Später erfuhren wir, dass die Treppe modernisiert worden ist, um sie leichter begehbar zu machen. (ohne Namen)

Der Fußballplatz existiert nicht mehr, denn heute ist er ein Massengrab, welches die Amerikaner nach der Befreiung für jene, denen man nicht mehr helfen konnte, dort angelegt haben. Bei dieser Vorstellung wurde uns übel. Doch ein paar Schritte weiter kamen wir zum ‘Krankenlager‘, und das war noch ärger,  denn dort brachte man die Leute nicht hin, um sich zu erholen, sondern um zu sterben! (ohne Namen)

Rechts vom Fußballfeld sahen wir die Abdrücke von ehemaligen Häusern. Als wir erfuhren, dass hier das Krankenrevier war, wo die Leute hingebracht wurden, um zu sterben, sagte niemand mehr ein Wort. Freizeitaktivitäten unmittelbar neben einem Ort, wo man Menschen sterben lässt, denen noch geholfen werden könnte, sind einfach nur unmenschlich! (ohne Namen)

Ich kann mir einfach nicht vorstellen wie so viele Menschen derart qualvolle Bedingungen überhaupt ertragen konnten. Ich verstehe auch nicht, dass die SS-Aufseher die Häftlinge derart grausam misshandelt haben; dass sie unzählige Menschen z.B. über die 'Fallschirmspringerwand' in die Tiefe stießen und nichts daran fanden. (Lena)

Schon alleine die Fotos zeigten uns, dass es eine grauenvolle Zeit war. Die Menschen bekamen kaum zu essen. Alles, was sie an ihre Familie und ihr früheres Leben erinnerte, wurde ihnen genommen. Sie mussten auf engstem Raum mit wildfremden Menschen leben, hatten kaum etwas am Körper, und jeden Tag war schwerste Arbeit zu verrichten. Sie wurden auf grausamste Weise gequält und misshandelte – bis zu ihrem Tod. (Lena)

Bei großer Kälte standen wir im Gelände der Gedenkstätte. Wie muss das erst für die Lagerinsassen gewesen sein, die man ohne Kälteschutz und bei wesentlich niedrigeren Temperaturen oft stundenlang im Freien stehen ließ, und unzureichend ausgerüstet zur Schwerstarbeit getrieben hat? (Robert)

Ich habe beim Besuch der Gedenkstätte Mauthausen viele grausige Dinge erfahren – von der Ermordung Tausender bis zur Folter unschuldiger Menschen. Am erschreckendsten empfand ich, dass die SS diesen Menschen ihre Identität und ihre Menschlichkeit genommen hat. (Robert)

Bevor wir in den Keller gingen, wo die Menschen getötet wurden, hatte ich ein leichtes Bauchkribbeln. Unten war jeder sehr still. (Florian)

Als ich die Gedenktafel mit den Namen der Opfer sah, wurde mir bewusst, wie viele Menschen im Konzentrationslager Mauthausen ermordet worden sind. In gedrückter Stimmung fuhren wir nach Hause.  (ohne Namen) 

Auch wenn der Besuch der Gedenkstätte Mauthausen schockierend für uns war, war die Exkursion wichtig, denn manchmal ist vergessen schlimmer als sich wieder zu erinnern. Und schon Karl Kraus hat gesagt: Man wird vergessen haben, dass man den Krieg verloren, vergessen haben, dass man ihn begonnen, vergessen, dass man ihn geführt hat. Darum wird er nicht aufhören. (Laura)

 

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