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Timo Davogg

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Wir trauern um unseren lieben Kollegen Timo Davogg


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Nachruf von Monika Wirtl
Nachruf von Carina Rodlauer
Zuhause

Nachruf von Monika Wirtl (geb. Wührer, Maturajahrgang 2000)

Ein großartiger Mensch hat diese Welt verlassen. Ich will nie vergessen, mit welchem unbeirrbaren Engagement er dafür eintrat, dass seine Schüler zu denkenden und kritischen Erwachsenen heranreiften, auch wenn sie - da war ich keine Ausnahme - gelegentlich einen etwas bequemeren Weg wählten. Dieser Idealismus mag ihm oft Kopfschmerzen bereitet haben; viele Nächte mit wenig Schlaf, in denen er Themenbereiche für uns aufbereitete, waren ganz sicher die Konsequenz.

Dass dies nicht immer von allen wertgeschätzt wurde, mag auch daran gelegen haben, dass wir nebenbei auch Jugendliche mit pubertären "Problemen" waren, wie es eben an Schulen so üblich ist. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass selbst diejenigen, die eher unzugänglich waren für seine Ermunterungen, im Laufe des Erwachsenwerdens erkannt haben, was wir an Prof. Davogg hatten.

Er selbst war nie auf Applaus aus, konnte sich aber umso mehr über unsere Erfolge und Gehversuche in selbständigem Denken freuen. Deshalb ist es umso trauriger, dass kommende Jahrgänge nicht mehr auf seine Unterstützung und sein herausforderndes Fördern zählen können, denn Menschen wie Prof. Davogg sind von unschätzbarem Wert, damit mit der Matura mündige Erwachsene aus der Schule entlassen werden. Man kann nur hoffen, dass wir durch unser Erinnern dazu beitragen, dass auch künftig Lehrer nach seinem Vorbild unterrichten und wie er mit ihrer Motivation Jugendlichen den Blick über den Tellerrand hinaus
schmackhaft machen.

Ich möchte deshalb gerne seiner Familie danken, die ihm zur Seite stand und ihm die viele Zeit, die er für uns aufwendete, zugestand, sodass er uns mit vollem Engagement während unserer gemeinsamen Zeit begleiten konnte.

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Nachruf von Carina Rodlauer (Maturajahrgang 2000)

Jedem der ihn kannte ist bewusst, dass Professor Davogg selbst kein großer Freund von Würdigungen und Lobhudeleien war wenn es um seine eigene Person ging, allerdings hätten wir doch gerne ein paar Zeilen darüber geschrieben wie wichtig er nicht nur als Lehrer sondern als Mensch für die Klasse war.
Es ist schwierig dies anderen zu vermitteln, die nicht dabei waren und in entsprechende Worte zu kleiden.
Jedem von uns fallen auf Anhieb unzählige Episoden mit ihm ein, die letztendlich doch nur ein verfälschtes Bild von ihm und seiner Beziehung zu uns vermitteln.

Professor Davogg war ein Mensch der eine auffällige Affinität zur Farbe Gelb hegte, der gerne in privater Runde Pfeife rauchte und sich über Sätze wie „schwarze Milch der Frühe“ aus Paul Celans Todesfuge stundenlang begeistern konnte, der Paul Verlaines „Il pleure dans mon coeur comme il pleut sur la ville“ für eines der
herausragendsten Gedichte der gesamten Literaturgeschichte hielt, der Camus' „La peste“ als seinen persönlichen Schlüsselroman bezeichnete und sich durch Camus' Theorie des Absurden immer wieder in seinem Weltbild bestätigt fühlte.

Ein Mensch, der stets aufs Neue überrascht war wie viel Weisheit doch letztlich in Goethes Faust I. steckt und immer dann darin ein passendes Zitat fand wenn er eines benötigte.
Ein Lehrer, der uns 5 Tage in der Woche unterrichtete und den wir manchmal öfter sahen als unsere eigenen berufstätigen Väter, ein Lehrer der sich am Gang, in der Bibliothek oder vor dem Kaffeeautomat extra nochmal nach dem Befinden einzelner Schüler erkundigte auch wenn er diese an dem Tag bereits 2 Stunden lang unterrichtet hatte, der stundenlang mit einem über Filme, insbesondere den österreichischen Heimatfilm diskutieren konnte, der Romy Schneider auf Grund ihrer meisterhaften Französischkenntnisse bewunderte und Curd Jürgens' Schauspielkünste insbesondere in der Verfilmung der „Schachnovelle“ verdammte.
Ein Mensch der Schillers „Die Kraniche des Ibykus“ ob der Zeile „Sieh da! Sieh da, Timotheus, die Kraniche des Ibykus“ nicht mochte, der immer wieder Cyrano de Bergeracs Monolog „Wie soll ich’s halten künftig?“ zitierte um uns zum Nachdenken anzuregen und der uns zu besonderen Anlässen mit selbstgemachten Crêpes, Mousse au Chocolat oder einer Flasche des neuen Beaujolais überraschte um uns auch für die kulinarischen Spezialität en Frankreichs zu begeistern.
Ein Mensch, der uns kurz vor der Matura zu sich nach Hause einlud und uns mit einem 3-Gänge Menü bekochte und jedem seiner Maturanten zur erfolgreich absolvierten Matura ein Buch schenkte und der sich den Abschied bei der Maturafeier schwer zu Herzen nahm.
Als Lehrer fiel er vor allem mit seinem abwechslungsreichen und oftmals auch kurzweiligen Deutsch- und Französischunterricht auf. Das sture Durchackern der Werke des Kanons der deutschsprachigen Literatur war ihm immer ein Gräuel. Wichtiger war ihm, dass die behandelten Werke und Themen immer nah am gesellschaftspolitischen Tagesgeschehen waren, uns zum Denken animierten und unsere Begeisterung weckten.
Auch im Französischunterricht war es ihm wichtiger uns seine Begeisterung für die Sprache und das Land zu vermitteln, als die perfekte Beherrschung der französischen Grammatikregeln. Immer wieder versuchte er uns Einblicke indie französische Lebenskultur zu bieten, sei es durch das Singen französischer Chansons, das Anschauen französischer Filme oder auch das Lesen der Asterix-Werke im Original.

Professor Davogg verkörperte wie kein anderer Lehrer das Prinzip „non scholae sed vitae discimus“. Mit einer Entschlossenheit die ihresgleichen suchte, kämpfte er
mit seinem Unterricht gemäß Immanuel Kant tagtäglich gegen die Dummheit und die selbstverschuldete Unmündigkeit der Menschen an.
Er war sicherlich der prägendste aber mit seinen hohen Ansprüchen auch einer der unbequemsten Lehrer und damit zugleich am meisten kritisierten Lehrer die
wir hatten.
Der Inhalt zählte bei ihm in jeder Beziehung mehr als der schöne Schein. Schriftliche Arbeiten in denen die eigene Meinung des betreffenden Schülers klar zum Ausdruck kam, waren ihm immer wichtiger als eine reine Wiedergabe von auswendig gelernten Phrasen.
Gelegentlich drohte er uns Schillers Bürgschaft auswendig lernen zu lassen wenn wir die Qualität seines Unterrichts nicht zu schätzen wussten und es uns mit den Hausaufgaben gar zu einfach machten.
Ein wie auch immer geartetes „sich bequem machen“ seitens der Schüler war ihm immer suspekt. Er wusste was er von den einzelnen Schülern an Leistung erwarten konnte und forderte diese auch ein. Seine Enttäuschung über mangelhafte Hausübungen war dabei meist schlimmer als eine schlechte Beurteilung.

So manch hitzige Diskussionen zwischen ihm und der Klasse wurde nur durch das Pausenklingeln unterbrochen um dann später in kleinerer Runde in der Bibliothek oder auf dem Schulhof fortgesetzt zu werden, da ihn diese Meinungsverschiedenheiten noch lange danach schwer beschäftigten.
Als Schüler schätzten wir vor allem seine menschlichen Qualitäten.
Professor Davogg hat sich immer bemüht mit jedem/jeder einzelnen auch eine persönliche Beziehung herzustellen. Er schätzte Schüler zu allererst auf Grund ihrer
menschlichen Eigenschaften und nicht auf Grund hervorragender Noten. Er wusste um die Stärken und Schwächen eines jeden Schülers Bescheid und versuchte
zu fördern soweit es ihm möglich war.
Schüler die aus schwierigeren finanziellen Verhältnissen kamen wurden von Professor Davogg gefördert und unterstützt wo es nur ging

Es gab auch Schüler zu denen er nicht den gewünschten Zugang fand und bei denen es ihm nicht gelang Begeisterung für den Unterricht hervor zu rufen, die in auch ob sein er menschlichen Qualitäten nicht ausreichend zu schätzen wussten. In diesen Fällen haderte er letzten Endes und zumeist unbemerkt von den betroffenen Schülern am meisten mit sich selbst. Umso glücklicher war er, wenn es ihm auf diversen Projektwochen dann doch noch gelang auch zu jenen
einen persönlichen Zugang zu finden.

Was ihn jedoch am meisten kennzeichnete war das feine Gespür, dass er im Laufe der 8 Jahre für Störungen innerhalb der Klassengemeinschaft entwickelt hatte.
Manchmal handelte es sich seitens der Klasse nur um Aufregung wegen einer bevorstehenden Schularbeit. Es gab jedoch auch Situationen, die ernsthaft zu kippen drohten wenn Schüler auf Grund ihrer psychischen Verfassung zunehmend zu verzweifeln drohten. In all diesen schwierigen Situationen, die ihn auch oftmals selbst an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit brachten, bemühte er sich zu helfen und fand dabei fast immer Halt in der Literatur.

Sein Lieblingszitat wenn er selbst nicht mehr weiter wusste stammte dabei von Goethe und ist letzten Endes auch so treffend für sein Leben wie kein anderes.

Alles gaben Götter, die unendlichen,
Ihren Lieblingen ganz.
Alle Freuden, die unendlichen,
Alle Schmerzen,
die unendlichen, ganz.

zurück

Zuhause

Da war Licht am Ende des Ganges. Sie beschleunigte ihre Schritte. Der Bibliothekar saß hinter der Glastür zwischen zwei Bücherregalen an seinem Schreibtisch. Er war dabei, Bücher einzubinden. Sorgfältig und behutsam hantierte er mit Schere und Klebefolie; wie ein Zen-Meister, der eine kostbare Teeschale in seinen Händen birgt.
Als sie die Tür zur Bibliothek öffnete, blickte er auf und begrüßte sie lächelnd.
Schon blühte ein Gespräch auf. Sie liebte seinen Witz, seine pointierte Ausdrucksweise, bewunderte sein Wissen über die Welt. Oft teilte sie seinen Ärger über Ignoranz und Ungerechtigkeit, den er laut zum Ausdruck brachte. Am Ende des Gesprächs äußerte sie noch eine Bitte. Sie habe da im Radio, in der Zeitung von zwei neuen Büchern erfahren. Ob er die für die Bibliothek bestellen könne. Vielleicht fände ja auch er sie interessant ... Er lachte, beugte sich über die Tastatur seines Computers und drehte dann den Bildschirm in ihre Richtung. Schon längst bestellt, sagte er sichtlich zufrieden.

Da ist kein Licht am Ende des Ganges.
Der Lehrer
ihr Lehrer
wird nie mehr an seinem Schreibtisch sitzen.
B.

zurück

Jedem der ihn kannte ist bewusst
, dass Professor Davogg selbst kein großer Freund von
Würdi
gungen
und Lobhudeleien
war wenn es um seine eigene Person ging, allerdings hätten
wir
doch gerne ein paar Zeilen darüber geschrieben wie wichtig er nicht nur als Lehrer sondern als
Mensch für die Klasse war.
Es ist schwierig dies anderen zu vermitteln
,
die nicht dabei war
en und in entsprechende Worte zu
kleiden.
Jedem von uns fallen auf Anhieb unzählige
Episoden mit ihm ein, die letztendlich doch nur
ein verfälschtes Bild von ihm und seiner Beziehung zu uns vermitteln.
Professor Davogg war e
in Mensch der eine auffällige Affinität zur Farbe Gelb hegte,
der gerne
in
privater Runde
Pfeife rauchte und
sich über Sätze wie

schwarze Milch der Frühe

aus Paul Celans
Todesfuge
stundenlang begeistern konnte, der Paul Verlaines

Il pleure dans mon coeur
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omme il
pleut sur la ville

für eines der
herausragend
sten
Gedichte der gesamten Literaturgeschichte hielt,
der Camus


La peste

als seinen persönlichen Schlüsselroman bezeichnete und sich durch Camus

Theorie des Absurden
immer wieder in se
inem Weltbild bestätigt fühlte.
Ein
Mensch
,
der
stets
aufs Neue
überrascht war wie viel Weisheit
doch
letztlich
in
Goethes
Faust I.
steckt
und
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dann darin
ein passendes Zita
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Ein Lehrer,
der uns
5 Tage in der Woche unterrichtete und den
wir manchmal
öfter sahen als
unsere
eigenen berufstätigen Väter, ein Lehrer
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am Gang, in der Bibliothek oder vor dem
Kaffeeautomat extra nochmal
nach dem Befinden einzelner Schüler erkundigte auch wenn er di
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bereits 2 Stunden lang unterrichtet hatte
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er stundenlang mit
einem über Filme,
insbesondere den österreichischen Heimatfilm diskutieren konnte,
der Romy Schneider auf Grund
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hkenntnisse bewunderte
und
Curd Jürgens

Schauspielkünste
insbesondere in der Verfilmung der

Schachnovelle

verdammte.
Ein Mensch der
Schillers

Die
Kraniche des Ib
y
kus

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Sieh da
!
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,
Timotheus, die
Kraniche des Ib
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nicht
mocht
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,
der immer wieder
Cyrano de Bergeracs
Monolog

Wie
soll
ich

s
halten
künftig
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zitierte um uns zum Nachdenken anzuregen
und
der uns zu
besonderen Anlässen
mit selbstgemachten
Crêpes
,
Mousse au Chocolat
oder
einer
Flasc
he des neuen Beaujolais
überraschte
um uns auch für die kulinarischen Sp
ezialität
en Frankreichs zu begeistern.
Ein
Mensch
, der uns kurz vor der Matura zu sich nach Hause
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Gange
Menü bekochte und jedem seiner Maturanten zur
erfolgreich absolvierten Matura ein Buch schenkte
und der sich den Abschied bei der Maturafeier s
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Als Lehrer fiel er vor allem mit seinem abwec
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Deutsch
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und Französischunterricht auf. Das sture Durchackern der Werke des Kanons der
deutschsprachigen Literatur war ihm immer ein
Gräuel
.
Wichtiger war ihm,
dass die behandelten
Werke und Themen immer nah a
m gesellschaftspolitischen Tagesgeschehen waren, uns zum Denken
animierten und unsere Begeisterung weckten.
Auch i
m Französischunterricht war es
ihm
wichtiger
uns
seine
Begeisterung für die Sprache und das
Land zu vermitteln
, als
die
perfekte
Beherrschung der französischen Grammatik
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.
Immer
wieder
versuchte er uns Einblicke in
die französische Lebenskultur zu bieten
, sei es durch das
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en französischer Chansons
,
das
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scher Filme
oder auch das Lesen der Asterix
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Werke im Original
.
Professor Davogg
verkörperte
wie kein anderer Lehrer
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„non scholae sed vitae discim
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Mit einer Entschlossenheit die ihresgleichen sucht
e
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mit seinem Unterricht gemäß
Immanuel Kant tagtäglich gegen die Dummheit und die sel
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Er war sicherlich der prägendste aber
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einer der
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war ihm immer suspekt
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Er wusste
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Seine Enttäuschung über mangelhafte Hausübungen war
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menschlichen Eigenschaften und nicht auf Grund
hervorragender Noten. Er wusste
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soweit
es
ihm möglich war.
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Es gab auch Schüler zu denen er nicht den gewünschten
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Qualitäten nicht ausreichend zu schätzen wussten.
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diesen Fällen haderte er letzten Endes
und zumeist unbemerkt von den betroffenen Schülern
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Was ihn jedoch am meisten kennzeichnete war das feine Gespür, dass er im Laufe der 8 Jahre für
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Manchmal handelte es sich seitens der Klasse nur um Aufregung wegen einer bevorstehenden
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Es gab jedoch auch Situationen, die ernsthaft zu kippen drohten wenn
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zunehmend zu verzweifeln drohten.
In all diesen schwierigen Situationen
,
die ihn auch oftmals selbst an die Grenzen
seiner psychischen
Belastbarkeit brachten, bemühte er sich zu helfeDa
war Licht am Ende des Ganges. Sie beschleunigte ihre Schritte. Der
Bibliothekar saß hinter der Glastür zwischen zwei Bücherregalen an seinem
Schreibtisch. Er war dabei, Bücher einzubinden. Sorgfältig und behutsam
hantierte er mit Schere und
Klebefolie; wie ein Zen
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Meister, der eine kostbare
Teeschale in seinen Händen b
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.
Als sie die Tür zur Bibliothek öffnete, blickte er auf und begrüßte sie lächelnd.
Schon blühte ein Gespräch auf. Sie liebte seinen Witz, seine pointierte
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Ärger über Ignoranz und Ungerechtigkeit, den er laut zum Ausdruck brachte.
Am Ende des Gesprächs
äußerte
sie noch eine
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. Sie habe da im Radio, in
der Zeitung von zwei neuen Büchern erfahren. O
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bestellen könne. Vielleicht fände ja auch er sie interessant ... Er lachte, beugte
sich über die Tastatur seine
s
Computers und drehte dann den Bildschirm in ihre
Richtung. Schon längst bestellt, sagte er sichtlich zufrieden.
Da
ist kein Licht am Ende des Ganges.
Der Lehrer
ihr Lehrer
wird nie mehr an seinem Schreibtisch sitzen.
B.n und fand dabei fast immer Halt in der Literatur.
Sein Lieblingszitat wenn er selbst nicht mehr weiter wusste
stammte dabei von Goethe und ist
letzten Endes auch so treffend für sein Leb
en wie kein anderes.
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Alles gaben Götter, die unendlichen,
Ihren Lieblingen ganz.
Alle Freuden, die unendlichen,
Alle Schmerzen,
die unendlichen, ganz
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